Vorsorge & Begleitung
Es gibt viele Gründe, voraus zu denken, solange das Thema Tod und Sterben noch nicht durch eine emotionale Betroffenheit beschwert wird. Man darf auch gern einfach nur neugierig sein, Fragen loswerden, vergleichen. Manche Schülergruppen wollen unbeschwert alles wissen, anfassen, „Probe liegen“ … je mehr man weiß, um so leichter ist es, sich dem Thema zu nähern. Wir sind nicht nur das Büro für traurige Fälle, gemeinsame Gespräche schaffen Vertrauen, es darf gemeinsam geträumt, gelacht, erzählt, geplant werden. Wer Bestattungsvorsorge getroffen hat, kann das Thema dann mit Ruhe wieder zur Seite legen und sich der Fülle des Alltages zuwenden.
„Ordnung in den Dingen verleiht den Gedanken Ruhe und den Träumen neue Flügel.“
Ich möchte den Kindern so viel wie möglich Arbeit ersparen – so oft hören wir diesen Satz! Im Trauerfall erleben wir, wie dankbar die Kinder dafür sind, wenn sie wissen, was Vati oder Mutti möchte. Und wenn es keine Familie gibt? Dann ist das Bedürfnis, die eigene Bestattung zu regeln, oft noch viel größer. Das setzt voraus, dass ich mich mit dem eigenen Tod beschäftigen muss. Manchmal fühlt sich das bedrückend an. Meist überwiegen aber einfach die Fragen: Was ist möglich, wie kann ich dies festlegen, welche Kosten sind damit verbinden.
Es ist die Einladung zum gemeinsamen Gespräch! Einmal, mehrmals -nichts muss gleich festgelegt werden. Auf dem Weg entstehen oft neue Blickwinkel und manchmal ganz neue Ideen, wie es für alle schön seien könnte. Wichtige Eckpunkte sollten überlegt werden, wie:
Für so viele Eventualitäten schließen wir Versicherungen ab. Eine Sterbegeldversicherung ist die Versicherung, die mit Gewissheit in Anspruch genommen werden wird. Es gibt eine große Vielzahl an Anbietern mit verschiedenen Optionen. Wir können Hinweise geben, was aus unserer Erfahrung mit zu beachten ist, vermitteln jedoch keine Versicherungen. Ein anderer Weg ist ein Treuhandkonto – ein zweckbezogenes Konto, das mit einem Bestattungsvorsorgevertrag gebunden ist. Bei der Beantragung sind wir gern behilflich. Ein Treuhandkonto ist auch vor dem Zugriff der Sozialämter gesichert.
Es ist ein beruhigendes Gefühl, dies alles vorbereitet und organisiert zu haben. Dann kann man das Thema wieder zur Seite legen und sich ein wenig unbeschwerter dem Alltag zuwenden.
Niemand denkt gerne an den eigenen Abschied – doch ihn rechtzeitig zu regeln, bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Für viele unvorhersehbare Lebenssituationen schließen wir Versicherungen ab. Der Tod ist hingegen keine Möglichkeit, sondern eine Gewissheit. Eine vorausschauende finanzielle Absicherung kann nicht nur Angehörige entlasten, sondern auch sicherstellen, dass die eigene Bestattung den persönlichen Vorstellungen entspricht.
Die Sterbegeldversicherung ist eine der wenigen Versicherungen, bei der feststeht, dass sie im Ernstfall benötigt wird. Sie ermöglicht es, bereits zu Lebzeiten finanzielle Mittel für die eigene Bestattung bereitzustellen. Die Anbieter und Tarifmodelle sind vielfältig – mit und ohne Gesundheitsprüfung, mit laufender Beitragszahlung oder Einmalbeitrag.
Wir beraten Sie gern dazu, worauf es bei der Auswahl zu achten gilt, welche Optionen aus unserer Erfahrung sinnvoll sein können und wie Sie Ihre Wünsche bestmöglich absichern. Bitte beachten Sie: Wir vermitteln keine Versicherungen, geben jedoch hilfreiche Hinweise aus der Praxis.
Eine weitere Möglichkeit ist die Einrichtung eines Treuhandkontos. Dabei handelt es sich um ein speziell gesichertes Konto, das ausschließlich für die Bestattungskosten vorgesehen ist. Es wird in Verbindung mit einem Bestattungsvorsorgevertrag eröffnet und bietet den Vorteil, dass es vor dem Zugriff durch Sozialhilfeträger geschützt ist.
Gern unterstützen wir Sie bei der Antragstellung und beraten Sie, wie ein Treuhandkonto sinnvoll gestaltet werden kann. Auch kleinere Beiträge können hier nach und nach eingezahlt werden – ganz individuell und flexibel.
Mit sehr viel persönlichem Engagement und eigener Anteilnahme wollen wir an Ihrer Seite sein, um Ihnen alle Ihre Wünsche zur Abschiednahme und Beerdigung zu erfüllen. Wir wissen aber, dass dies in dem langen Prozess des Verabschiedens und Trauerns nur eine kurze Phase, ein wichtiger, aber begrenzter Zeitabschnitt ist.
Darum empfinden wir es für uns als hilfreich, dass unsere Arbeit von verschiedenen Berufszweigen und Organisationen, in denen sich Menschen mit gleicher Leidenschaft, Empathie und Fachkompetenz rund um das Thema Sterben und Trauer einsetzen, umrahmt wird
Aus eigener guter Erfahrung möchten wir Anregungen geben, wo Sie Unterstützung finden können.
Die meisten Menschen wünschen sich zu Hause im vertrauten Umfeld sterben zu können. Dieser Wunsch ist für Angehörige oft eine Herausforderung. Es kann Angst auslösen, weil Sie nicht genau wissen, was auf Sie zukommt. Aber es kann auch die Chance einer besonderen Innigkeit darin liegen, die Chance, Dinge einander mitzuteilen, die im normalen Alltag nie angesprochen wurden. Es ist eine Chance, zu vergeben, was nicht mehr zu ändern ist und Frieden zu finden, oder Liebe und Dank auszusprechen, in einer Wärme der Gefühle, die diese besondere Zeit braucht . Mitunter beschreiben uns Angehörige beeindruckt, dass sie das Erleben des Sterbemomentes eines Familienmitgliedes wie „heilige Momente“ empfunden haben.
In einem Sterbeprozess durchlaufen Sterbende verschiedene Phasen, die den Begleitenden den Umgang mit ihnen erschweren können. Zorn auf die Krankheit, auf deren Unabänderlichkeit, Depression, Schmerzen und ein Verstummen in Resignation können sich auf Ihnen abladen und sind doch nicht gegen Sie als Person gerichtet. Versuchen Sie Ruhe zu bewahren, Verständnis zu äußern oder mit zu schweigen, liebevolle Worte auszusprechen, auch wenn Sie kein Echo mehr erreicht.
Für die Begleitung eines sterbenden Familienmitgliedes im häuslichen Umfeld erhalten Sie konkrete, fachlich kompetente Beratung, sowie praktische Unterstützung durch medizinisches Personal, zum Beispiel in den Organisationen des „Brückenteams“ der Universitätsklinik Dresden oder des „Brückenteams“ des St.-Joseph-Krankenhauses.
Brauchen Sie selbst eine Pause für einen Arztbesuch oder einen Spaziergang, brauchen Sie Hilfe für den Einkauf oder einfach eine Nacht zum Durchschlafen, so gibt es in den verschiedenen Hospizdiensten engagierte, liebevolle, ehrenamtliche Mitarbeiter, die Ihnen genau in diesen Bereichen helfen. Sie müssen nicht allein mit dieser Aufgabe bleiben!
Jeder Mensch stirbt in seiner ihm eigenen Art und Weise. Umgeben zu sein von vertrauten Personen ist dabei oft eine große Beruhigung.
„Weine, klage, gib Dir selber Raum, bis Deine Seele sage, Zeit zum vorwärts schau´n.“
Wenn der letzte Atemzug verklungen ist, dürfen Sie innehalten, lauschen, sitzen, sich dazu legen, streicheln, weinen, mit lieben Menschen reden, raus gehen, eine Runde laufen, etwas trinken, tun, was Ihnen sonst in besonderen Momenten auch guttut. Zwei Stunden später rufen Sie den Arzt an, wenn Sie erst am kommenden Morgen/Abend Ihren Hausarzt rufen, ist das immer noch früh genug.
Trauerbegleitung ist mehr als nur eine gute Beerdigung. Oft setzt erst nach der Trauerfeier der Alltag ein, in dem das Alleinsein schwer auszuhalten ist. Es fehlt ein Mensch in Ihrem gewohnten Familiengefüge und sein Platz lässt sich nicht einfach mit Arbeit oder Vergnügungen füllen. Diesem leeren Raum neue Gestalt zu geben, das braucht oft Zeit und vielleicht auch Hilfe über die Familiengemeinschaft hinaus. Es zählt für uns zu den freudigen Höhepunkten, wenn Angehörige auch nach der Trauerfeier in unser Büro kommen, um uns von einer Reise zu erzählen, uns ein Baby, das nach einem Trauerfall geboren wurde, vorzustellen oder einfach nur für einen kurzen Gruß, um zu sagen, dass es ihnen gut geht.
Aber den beständigen Rahmen einer langfristigen Trauerbegleitung können wir nicht bieten. Wir sind froh, in unserem Umfeld in Dresden auf eine große Vielfalt an unterstützenden Angeboten in den Hospitzdiensten, bei ausgebildeten Trauerbegleitern oder in Selbsthilfegruppen hinweisen zu können. Ob den offenen Rahmen eines Trauerkaffees, die Männerkochgruppe, gemeinsames Wandern, Themenabende oder das individuelle Einzelgespräch, es gibt bestimmt die richtige, helfende Gemeinschaft.